Esens- Bensersiel - Wintercamping an Ostern 2013

Samstag

Ende März 2013 begann unser erster Ausritt mit unserem Nigel-Nagel-Neuen Bürstner Averso Top 560 tk. Der Wettergott zeigte sich völlig ungnädig und sorgte schon bei der Anfahrt dafür, dass wir, dank kräftiger Sturmböen, nur mit 70 km/h über die Autobahn zockeln konnten. Von Köln aus ging es mit direktem Umweg zum Obelink nach Winterswijk. Nach der Umwandlung von 300 Euronen in Sachwerte, dem Genuss holländischer Frittierkunst und dem „Auslaufen“ unserer kleinen Jungs ging es weiter Richtung Norden.
Nach insgesamt ca. 7 Stunden kamen wir in Bensersiel an. Es wurde langsam dämmerig und es war, gelinde gesagt, saukalt.
Die Kinder wurden auch langsam nörgelig. Also schnell reingefahren – der Check In wurde am nächsten Tag erledigt – Wohni hingestellt, was kein Problem war, denn der Platz war quasi leer. Heizung angeschmissen, Wasser aufgefüllt. Das ganze bei Sturm und eisigen Temperaturen...glücklicherweise hat der Herr des Hauses diese Arbeit übernommen, während die Dame noch schnell ein paar Nudeln für die Kinder reingeschmissen hat. Und ab zur ersten Nacht in unserem neuen Wagen, die wir auch zufrieden verbrachten.

 

 

Campingplatz vom Deich aus gesehen
Campingplatz vom Deich aus gesehen

Sonntag

Am ersten „richtigen“ Urlaubstag stand neben dem Anmelden und fertig einrichten erst mal die Erkundung des Platzes auf dem Programm. Unser Stellplatz ist für uns optimal gelegen: Direkt in erster Reihe am Meer, mit Blick auf Strand, Watt und Strandkörbe und unmittelbar neben dem Spielplatz und dem Kurhaus. Wir stehen auf Sand, was sich als optisch schön, aber ziemlich unpraktisch herausstellt. Der Platz ist noch ziemlich leer, kein Wunder bei dem „Schietwedder“ wie man hier oben so sagt. Außerdem gibt es jede Menge Kinderanmination.Man gönnt sich ja nicht umsonst einen 5-Sterne Campingplatz, damit die Meute beschäftigt ist. Leider war es brutal kalt, so dass man es selbst mit Skihosen auf dem wirklich schönen und umfangreichen Spielplatz nicht lange draußen aushielt. Das Winterpaket für unseren Wohnwagen hatte sich bereits bezahlt gemacht. Es gab Sturmwarnungen und der Wind war auch so unbarmherzig, dass die eigentlichen 0°C sich anfühlten wie -10°C. Dank des Sturmes wurde aus unserem Vorzelt-Aufbau dann auch nichts. Glücklicherweise hat der Platz einen Indoor-Spielplatz, in dem man es ganz gut aushalten kann. Die Kinder können im Sand buddeln, und die Eltern haben dann abends auch noch ein bisschen Beschäftigung den lieben Kleinen den Sand aus allen Ritzen zu puhlen…so plätscherte der erste Tag dahin, zwischen Essen und spielen und Mini-Disco.



Montag

Nach einer schlechten Nacht und einem passablen Frühstück machten wir uns erstmal auf die üblichen Dinge zu erledigen. Wasser holen, Toilette leeren, spülen und all diese Dinge die der Camper halt so tut um seinen Alltag zu organisieren. Die Preise auf dem Platz sind auch sehr zivil, was die Urlaubskasse freut (Brötchen 33 Cent!).
Unser großer hatte bereits Anschluss gefunden und so bleibt genug Zeit um alle Kinder glücklich zu spielen. Nachmittags fuhren wir los um ein bisschen die Gegend zu erkunden und guckten uns Bensersiel und Esens an.

Dienstag

Nach den üblich verdächtigen Tätigkeiten (Frühstück, Spielplatz, Mittagessen) wurde die Gegend etwas weitläufiger erkundet. Auf ging es nach Neuharlingersiel (den anderen Campingplatz begutachten den wir in der näheren Auswahl hatten). Wir gratulierten uns jedoch zu unserer Entscheidung, den dort steht man unmittelbar hinter dem Deich, was sich zwar positiv auf den Windeinfluss ausüben könnte, jedoch von dem Ausblick für uns nichts mehr mit Urlaubsfeeling zu tun hat. In Carolinensiel haben wir einem Tee-Geschäft noch schönen ostfriesischen Tee erstanden, die Zu-Fuß Erkundung des Hafens mußten wir jedoch verschieben, da unser kleinster sich - mal wieder – eingepullert hatte und Mami und Papi -mal wieder- keine Wechselkleidung mit bei sich führten. Vermutlich war es Berechnung, denn den abgebrochenen Tagesausflug beschlossen wir im Indoor- Spielplatz und der Mini-Disco.

Mittwoch

Nach einer erneut schrecklichen Nacht (die kleinen schliefen nicht gut in den neuen Betten) ging es heute nach dem Frühstück ohne Umschweife zum Ausflug nach Wilhelmshafen ins Deutsche Marinemuseum. Nach einer guten Stunde Fahrt über die Dörfer erlebten wir einen interessanten Besuch im Museum. Neben zahlreichen Exponaten, ist für die Kinder die interessanteste Komponente sicherlich die Begehung bzw. Besichtigung von „echten“ Marineschiffen. Diese liegen im Hafenbecken und zeigen einen realistischen Einblick in das Leben der Soldaten an Bord. Interessant und beklemmend zugleich.
Sehr interessant auch die Entdeckung von Dauer-Gebauchs-Gegenstand-Bereitstellung-Dosen vor dem Lazarett im Schiffsinneren (s. Foto). Das möchte nicht näher kommentiert werden
 :-D

Anschließend noch eine 1-stündige Hafenrundfahrt um festzustellen dass der Hafen nichts Besonderes ist.

Ausgedientes Marineschiff zum Besichtigen
Ausgedientes Marineschiff zum Besichtigen

Danach ging es nach Wilhelmshaven-City, was zugegeben kein ausgiebiger Trip wurde. Jedoch gibt es hier mal wieder etwas Zivilisation mit den üblichen Geschäften und so konnten wir uns einen neuen Staubsauger kaufen, nachdem uns klargeworden ist, dass wir im Wohni NICHT mit einem Besen auskommen. Haben auch direkt ein super Schnäppchen erstanden, ebenso wie neue Tischsets und die Hausapotheke aufgefüllt, weil Christian sich eine fette Grippe eingefangen hat. So ging es dann noch eine Pizza essen -und anschließend ein Eis für die Kinder- und zurück an der Küste entlang über Carolinensiel. Diesmal konnten wir unsere Hafenrunde drehen und kamen abends wieder an, wo es nach dem Essen und einer Runde „Felix“ gucken direkt ins Bett ging.

Donnerstag

 Der heutige Donnerstag wird wahrscheinlich in die rabenschwärzesten Tage unser Biografie eingehen. Nach einer noch grottenschlechteren Nacht, die Kinder haben uns STUNDEN auf Trab gehalten, stand heute der Vorzelt Aufbau auf dem Plan, nachdem der Sturm sich gelegt hatte. Der große Sohnemann, der eigentlich seine Hilfe zugesagt hatte, hatte sich spontan dafür entschieden NICHT zu helfen und lieber mit seinem neuen Freund „Schlammrutsche“ zu spielen.

Mama und Papa haben sich dafür bei eiskaltem Wetter einen mit dem Vorzelt abgebrochen. Hier rächte sich, dass wir den Aufbau noch nie probiert hatten. Gott sei Dank ist unser Papa so ein Profi-Handwerker, dass er das Ding doch noch richten konnte. Es stellte sich heraus, dass der Händler die Markise falsch herum in den Keder eingezogen hatte. Ebenso fehlten Heringe und Abspannungen und die Vorhänge, die wir bestellt hatten, waren auch nicht die richtigen. Dank der mangelhaften Beschreibung des WIGO-Rolli wurde uns das jedoch nicht sofort klar. Also musste alles abgebaut und wieder korrekt aufgebaut werden. Ebenso hatten wir vor zum örtlichen Camping Händler zu fahren um neue Heringe zu erstehen. Bei der Windstärke muss das Ding ja ordentlich abgespannt werden! Zwischendurch mussten jedoch auch noch 2 ½ jährige Zwillinge beschäftigt werden.

Da diese gerne Auto fahren durften sie im Auto spielen, was mit Begeisterung angenommen wurde. Dummerweise haben die Eltern nur nicht geschnallt, dass die kleinen das Licht anließen, was dazu führte, dass unser Auto nicht mehr ansprang. Batterie leer! Auch der Platz-Traktor konnte unserem Diesel keine Starthilfe geben. Er wollte einfach nicht. Der nette Opa vom Freund unseres großen,     leistete Starthilfe, und nach gefühlten 100 Versuchen hat der Herr im Himmel das Flehen erhört und der Batterie ein neues Leben geschenkt. Mama, die sich schon im Geiste aus der Urlaubskasse den ADAC mit einer neuen Batterie beauftragen sah, stürmte vor Freude aus dem Vorzelt um sich daran zu ergötzen, dass das Auto ansprang!

Diese kleine Aufpass-Pause nützte jedoch unser „Mittel-Sohn“ (der ältere der Zwillinge) und schnappte sich den Gummi-Hammer um auch mal Heimwerker zu spielen. Das Ergebnis waren sage und schreibe 14(!!) Dellen und Hammerschläge im 4 Wochen alten Wohnwagen. Praktischerweise neben der Eingangstür, damit man auch immer daran erinnert wird. Das Herz blutet… da nützen auch die warmen Worte der Schwiegermutter nichts, die telefonisch rät sich zu freuen, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Stimmt, er hätte ja auch seinem Bruder den Schädel einschlagen können….hmpf… Das Kind kurz ausgeschimpft, den Groll herunter geschluckt und schnell zum Caravan Händler gefahren um den Aufbau des Vorzeltes fertig zu stellen. Danach kommt unser großer vom Spielen zurück… die Schlammrutsche in Woodstock muss ein Dreck dagegen gewesen sein. Ich vermutete spontan, dass es im väterlichen Stammbaum mal Wildschweine gegeben haben muss…. Von mir kann er das bestimmt nicht haben!!!

Nach dem Abendessen hart durchgegriffen und alle in die Betten gesteckt. Natürlich verbunden mit der Drohung, dass es morgen KEINEN Spielplatz gibt, wenn diese Nacht nicht Theater-Frei geschlafen wird (unsere Kinder schreien gern mal „Aua“ um Beachtung zu bekommen). Ob es wirkt? Gegen Abend setzt Schneefall ein und Strand und Land sind von einer weißen Schicht bedeckt. Ich vermute uns werden die Eier erfrieren am Sonntag. Der Tag endete mit reichlich Campari Orange, was zu der nötigen Entspannung führte.

(Kar-)Freitag

Entgegen aller Erwartungen war die Nacht gar nicht so schlecht. Die Kinder haben uns förmlich ausschlafen lassen, und so starteten wir erst um 07:00 Uhr in den Tag. Land und Strand waren mit einer weißen Puderzuckerschicht überzogen. Da der Wind aber aufgehört hatte und es nahezu windstill war, fühlten sich die Temperaturen wärmer an als in den letzten Tagen. Nach dem Frühstück ging der Große mit seinem Freund auf Tour. Er geniesst sichtlich die Kinderfreiheit die ein Campingplatz so bietet. Schließlich kann man mit fast 9 Jahren ja schon aufregende Abenteuer erleben. Danach starteten wir zu einem kleinen Spaziergang und anschließend mit den beiden kleinen in die Spielewelt. Nach dem Mittagessen (es gab Reste-Buffet) ging der große mit seinem Freund und dessen Opa ins Schwimmbad. Wir konnten leider nicht mitkommen, da unser restlicher Nachwuchs mal wieder erkältet ist. Außerdem baden die Paukenröhrchen nicht so gern…

Wir starteten zu unserem Nachmittagsausflug an der Küste entlang, Richtung Dornumersiel. Wir fuhren die Dörfchen ab, während die Kinder den Eltern mal ein Päuschen gönnten und den verlorenen Nachtschlaf im Auto nachholten. Wir fanden so noch eine Osterkirmes, die als Joker im Ärmel gehalten wird, und ein schönes Fischgeschäft in dem wir spontan Backfisch im Brötchen und hausgeräucherten Lachs erstanden. Wenn schon Karfreitag ist und wir so gar nichts mit irgendwelchen Feiertagsbräuchen am Hut haben, war das unser Fischbeitrag für diesen Tag.

Es war nun schon spätmachmittags, und nach der Rückkehr und dem obligatorischen Kaffee und Kuchen spielten wir noch mit den kleinen Brettspiele, Puzzle, malten usw. Danach ging es ins Kinderbad um zu duschen. Die haben hier ganz schöne Kinderbadezimmer die gut beheizt, bunt und mit kleinen Duschen eingerichtet sind. Nach dem Abendessen ging es dann um 20:OO Uhr für alle Kinder in die Heia und die Eltern beschlossen den gemütlichen Abend noch mit Hefebräu und Campari-O während Sie an der Homepage basteln.

Samstag

Oh Wunder, die Kinder hatten passabel geschlafen (Chaka, ich bin gut!!! Ich bin eine konsequente Mummy!! ) und nach Frühstück, kurzem Einkauf im übervollen Edeka und der morgendlichen Waschrunde ging es zur einer kleinen Wattwanderung auf. Die Kinder sind ja alle als kleine Schweinchen geboren und begeistern sich für „Matschepampe“. Nach dem Mittagessen wurde wieder ausgiebig in Bennis Spieleland gespielt.

Abends gab es im Ort eine kleine Veranstaltung mit großer Minidisko, Osterfeuer, Live Musik und einer (schlechten) Band. Dazu Würstchen, Pommes, Glühwein und Waffeln. Leider endete der Abend nicht so schön wie er angefangen hatte, denn Mutti hatte sich eine fette Magen-Darm Grippe eingefangen und hat die Nacht auf dem Campingklo verbracht, was mich zu zwei Erkenntnissen veranlasst: 1) Im Wohnwagen auf dem Camping Klo seinem Brech-Durchfall frönen...-muss man auch nicht öfters haben. 2) Immerhin haben wir ein ganz passables Badezimmerchen. Nicht auszudenken man müsste dies alles auf dem öffentlichen abhalten.

(Oster-)SonntagAus der geplanten Ostereier-Suche um 09:00 Uhr vor dem Strandportal wurde für uns nichts, eben aufgrund der mütterlich nächtlichen Beschäftigung, aber auch weil wir die Umstellung auf die Sommerzeit schlichtweg vergessen hatten. Unser großer startete also gegen 10:00 Uhr allein und fand als alter Glückshase noch 3 Eier! (Obwohl man nur 2 durfte). Es gab dann noch ein schönes Osterfrühstück und der Osterhase hoppelte leicht verspätet im Vorzelt vorbei. Den Tag verbrachten wir abwechselnd zwischen Kinder beschäftigen und Krankheiten frönen. Der große beschäftigt sich glücklicherweise allein.

(Oster-)Montag

Zu unserem Ostermontag lässt sich leider nicht allzu viel berichten. Wie sich im im nachhinein sagen lässt, hatte Mutti sich eine fette Gastritis zugezogen und war ziemlich krank. Dementsprechend hangelten wir uns durch den Tag, Papa übernahm den Großteil der Kinderbetreuung und Mama litt still vor sich hin (und wer mal eine Gastritis hatte weiß wovon ich rede…. Das klingt so harmlos, hat es aber in sich!!). Dennoch besuchten wir die Osterkirmes im Nachbarort, die sich als absoluter Flop herausstellte. Danach noch kurz den Ort Esens besucht, der wirklich sehr nett anzuschauen ist. Abends wurden dann die ersten Sachen eingepackt damit am nächsten Tag nur das Vorzelt abgebaut werden muss.

Bei der Kirmes in Dornumersiel
Bei der Kirmes in Dornumersiel

Dienstag
Heute ist Abreisetag! Nach dem Frühstück muss alles innen fahrfest gemacht werden und dann zum ersten mal das WIGO Rolli eingepackt. Von System her auch sehr durchdacht… es war definitiv die richtige Wahl. Gegen Mittag noch einen letzten Blick auf den Hafen und ab geht’s Richtung Süden, ca. 350 km gen Heimat. Irgendwo im Niemandsland noch eine Mittagspause eingelegt und den Kindern Nudeln gekocht (ich liebe es meine Wohnung dabei zu haben). Am frühen Abend erreichten wir Köln und planen nun den nächsten Urlaub. ITALIEN WIR KOMMEN! J