Südfrankreich und Spanien

Endlich mal wieder Urlaub... los geht es gutgelaunt am 23.08., einem Mittwochabend Richtung Ravensburg. Wir fahren zügig durch und beschließen, als die Kinder nicht mehr schlafen und in Ihren Sitzen liegen können, in Leibheim in BaWü zu nächtigen. Per ADAC App finden wir einen Stellplatz vor einem Schloss in Leipheim. Den gab es sogar gratis, weil am nächsten Tag keiner zum kassieren kam! Am nächsten Tag brauchen wir so nur noch eine Stunde bis Ravensburg zu unserer ersten Etappe - Oma und Opa besuchen.

Donnerstags morgens starten wir also so schon zum sonnigen Frühstück auf der Dachterasse im schönen Städtchen Ravensburg.

Direkt danach geht es herüber nach Österreich, weitere Verwandte besuchen. Man muss die Zeit ja schließlich nutzen. Es geht nach Vorarlberg ins Örtchen Brand, ein bisschen herumlaufen. Hier gibt es einen netten Weg zum spazierengehen mit Kindern, an einem Streichelzoo, Spielplatz und einem Naturschwimmbad vorbei. Leider ist das Wetter deutlich schlechter als in Deutschland, aber Julian springt trotzdem todesmutig ins kalte Wasser. Man kann nämlich bei schlechtem Wetter ohne Eintritt baden...

Der Tag geht schnell vorbei. Zu aller Freude hinterlässt Simon seinen Mageninhalt in unserem Auto, aber man kann halt nicht alles haben...
Wir nächtigen auf dem Wohnmobilstellplatz in Ravensburg, der zentral liegt. Strom gibts per Säule für 0,50 Cent pro kw/h. Die Kinder bleiben derweil bei Oma, da wir Donnerstagsabends noch einen beruflichen Termin haben.

Der nächste Tag steht im Zeichen der Fehlerbeseitigung.... die vorhandenen Lichter am Wohnwagen sollten ja schließlich leuchten, gell... tun unsere aber nicht. Dummerweise nur auf der rechten Seite nicht. Christian bringt eine wahre Odyssee hinter sich um den Fehler zu finden. Letztlich kann er den Mann im Bosch Dienst überreden ihm sein Werkzeug zur Verfügung zu stellen. Hat sich die Autoschrauberei früher doch gelohnt. Es stellt sich heraus, dass der Stecker am Auto, der laut Pit-Stop Ravensburg völlig in Ordnung sei, eben doch nicht ganz in Ordnung war. Denn am Kabel hinter dem Rückscheinwerfer hatte der Autohändler damals offensichtlich das Kabel für den Anhängerstecker abgegriffen, und die Sicherung in einem 2cm großen Loch hinter dem Rückscheinwerfer versteckt, und da die Quetschverbindung offensichtlich schon damals nicht ganz in Ordnung war, hatte er alles in eine ordentliche Ladung Isolierband gepackt. Nun hatte sich dieses losgerüttelt und die komplette Seite bekam keinen Strom...  Die Fehlersuche hat ungefähr 8 Stunden und mehrere Werkstätten gedauert!

Mutter und Kinder hängen deswegen eigentlich nur herum und besuchen ein wirklich wunderschönes Schwimmbad in Ravensburg, das Flapbachbad. Ein schöner See mit Strand und Wiese, Sandspielzeug kostenlos für die Kinder zum Verleih, einer Rutsche, Sprungturm und ein Schwimmbecken für Kleinkinder. Alles sehr gepflegt, günstiger Eintritt... kenne kaum etwas vergleichbares. Bin begeistert.

Abends besuchen wir dann das Stadtfest in Ravensburg, dass in dieser kleinen Stadt Dimensionen hat wie bei uns in Köln der Karneval. Es gibt einen Umzug, Kirmes, Live-Music... wir verbringen noch einen netten Sommerabend mit Weizen und Live-Musik und gegen 20:00 Uhr starten wir auf zu unser weiteren Reise. In der Abenddämmerung fahren wir am Bodensee entlang über die Schweiz, in der ersten Kurve fahren wir 3km/h (!!!) zu schnell und werden direkt geblitzt. Im nachhinein werden so 60 € fällig.... kein Kommentar. Wir nächtigen gegen 1:00 Uhr auf dem Rastplatz "Relais de la côte" an der A1 bei Genf. Hier gibt es sogar Strom und Entsorgungsmöglichkeiten kostenlos, das bemerken wir aber leider erst am nächsten morgen im hellen. Ebenso einen Burger King und einen Coop, bei dem wir am morgen 5 Croissants und Kaffee für unsere weitere Reise erstehen. Im Regen gehts weiter bis nach Dardilly zum Camping Indigo, der uns für die nächsten zwei Nächte beherbergen soll. Wir bauen nicht viel auf, da wir mit Erstaunen registrieren, dass alle mitanwesenden Camper bei Abwesenheit Ihre Tisch und Stühle mit Schlössern und Ketten gesichert haben. Hmm...haben wir auch noch nicht erlebt. Es braut sich ein richtiges Gewitter zusammen, dass sich mit Hagel über uns ergiesst.

Also kochen wir erstmal gemütlich und gehen anschließend zum einkaufen im nahegelegenen Supermarkt. Schwimmen können wir nicht mehr, dazu ist es dann doch noch zu kalt.

Am nächsten Tag besichtigen wir die Innenstadt von Lyon, die zum Unesco Weltkulturerbe gehört und wirklich sehr sehenswert ist. Es gibt viele schöne alte Gebäude. Da Sonntag ist, ist nicht allzuviel los. Durch die Stadt fliessen die Flüsse Rhön und Saone, die Sonne lacht... wir laufen einfach herum und schlendern unter anderem über einen Kunsthandwerkermarkt.

Mit dem Auto geht es noch etwas weiter durch die Stadt zur Vierefour... eine große Kirchenanlage die über der Stadt thront. Schone Aussicht inklusive. Ich weiß gar nicht mehr was das besondere war, aber die Basilika ist gestalterisch wirklich sehr schön und absolut sehenswert.

Nach dieser Besichtigung ist das Wetter noch schön genug zum schwimmen. Der CP verfügt über ein kleines Schwimmbad, dass zwar proppenvoll ist, aber seinen Zweck erfüllt. Leider sind sehr viele Jugendliche da, die keinerlei Rücksicht nehmen, so ist das schwimmen schnell zu ende. Und der Tag damit auch. Hier kann man schon früh aus dem CP rausfahren, weil der Platz auch von vielen Arbeitern genutzt wird. Wir stellen also den Wecker auf 05:00 Uhr.

 

Am Montag geht es dann früh um 06:00 Uhr weiter auf die nächste Etappe nach Narbonne, Südfrankreich im Languedoc- Roussillon. CP Yelloh Village Les Mimosas. Wir fahren mit Stau gute 400 km in 7 Stunden. Als wir ankommen regnet es leicht. Wir beziehen unseren Stellplatz der recht groß ist, aber ein bisschen tricky einzuparken.
Info zum CP:

Der CP liegt in einem Naturschutzgebiet, etwas ab vom Schuss. Deswegen ist auch alles schön grün, aber eben auch sehr gepflegt. Die Sanitäranlagen sind recht klein, aber in Ordnung. Es gibt einen Shop der total überteuert ist und eine Rezeption die ziemlich hilfreich ist wenn man Ausflüge in die Umgebung unternehmen möchte.

Das Highlight ist aber sicherlich das Schwimmbad, das ziemlich groß ist (aber natürlich auch SEHR voll) und 4 Wasserrutschen hat. Der Spielplatz ist nicht besonders. Es sind sehr viele Franzosen auf dem Platz, quasi keine deutschen. Vor allem schon mal keine deutschen Kinder, was sehr schade ist. Es ist im allgemeinen recht ruhig und gesittet.

 

Wir bauen also erst einmal auf und erkunden all die Dinge ich gerade beschrieben habe. Wir schmeißen uns noch ins Schwimmbad weil die Kinder es unbedingt wollen, aber es geht hier ein sehr kräftiger Wind, so dass es wenn nicht Mittagshitze hat, es doch schnell kalt wird. So wird es denn auch ein kurzer Besuch, aber immerhin. Wir gehen früh schlafen, weil wir nach der langen Autofahrt uns nach Ruhe sehnen. Endlich das erste "richtige" Urlaubsziel erreicht!

 

In der Nacht regnet es. Uns fällt auf, dass hier immer ein kräftiger Wind weht. (Auf unserer späteren Urlaubsetappe in Spanien werden wir belehrt warum: es liegt an den hier speziellen Winden, vor allem am Mistral! Wieder was gelernt.)
Wir erkunden erstmal die Gegend, vor allem das Naturschutzgebiet ist sehr schön. Man könnte hier perfekt Fahrrad fahren, aber das können die kleinen noch nicht, so dass wir mit unseren Fahrradtouren noch ein bisschen warten müssen.
Wir fahren ins nahegelegene Örtchen Gruissan und finden einen Lidl. Dort erstehen wir erstmal französische Discountware um unseren Kühlschrank wieder zu füllen. Es ist doch immer wieder interessant eine neues Sortiment zu erkunden... anschließend gehen wir direkt am Campingplatz noch etwas spazieren. Es gibt dort mehrere Seen auf denen sich viele Kite-Surfer tummeln. Kein Wunder bei dem Wind!

 

Der restliche Tag endet wie immer mit kulinarischen Highlights... wir grillen und geniessen das süße Nichtstun..

 

Am Mittwoch heisst es dann STURM! Schon in der Nacht sind wir mehrfach aufgewacht um zu gucken dass ja noch alles an seinem Platz hängt. Vor allem weil wir diesen Wind so nicht erwartet hatten... wir haben kein Sturmband gespannt! Offiziell muss man dass beim WIGO ja nicht, aber die Angst ums Vorzelt plagt uns doch sehr. Wir stellen also alles weg und machen fest was geht... Auch am nächsten morgen wehen uns fast die Teller vom Tisch. Die Bäume rauschen so laut, dass man richtig laut reden muss. Hier ein kleines Video vom Wind...

Zum schwimmen im Pool ist es zu kalt, denn durch den Wind friert man doch sehr stark. Naiv wie wir manchmal so sind, beschliessen wir nach Gruissan-Plage, also zum Strand zu fahren. Vielleicht kann man ja da was reißen... als wir ankommen ist es...huch... ziemlich leer.. wir freuen uns schon... bis wir dann ankommen. Wir hatten leider nicht bedacht, dass ja auch Sand flugfähig ist. Schon bei den ersten Schritten werden wir von Kopf bis Fuß paniert. Es ist förmlich wie ein Wüstensturm. Wer nicht aufpasst hat das Zeugt sofort in den Augen. Die kleinen fangen sofort an zu schreien und wir brechen nach ca. 2 Minuten ab. Tja...

Als wir uns unseren Weg zurück durch die Gegend bahnen, finden wir auch die Altstadt von Gruissan. Wir halten also an und erkunden diese zu Fuß.

Es gibt eine kleine Kirche und einen sog. Barbarossa Turm der auf einen Aussichtsfelsen führt. Auch hier gibt es tote Steine von irgendwem zu besichtigen, für unsere Kinder sind all diese "alten" Sachen sowieso immer Ritterburgen. Wir steigen also herauf und genießen die Aussicht. Mit ungefähr 500 anderen Touristen.

Die Altstadt ist ganz süß, schon so wie man sich Südfrankreich vorstellt. Die Häuser sind alle blumengeschmückt, es gibt viele kleine Läden die Lavendel oder Delikatessen verkaufen, Cafés und natürlich auch einige Touri-Shops. Auffällig sind die vielen Kunsthandwerker-Läden. Ebenso auffällig hier: die Preise... mein lieber Scholli... da geht man als 5-köpfige Familie doch lieber zuhause essen. Und genau das tun wir dann auch.

Nach dem großen Wind erwartet und am nächsten Tag der strahlende Sonnenschein. Kein Lüftchen weht und so wird es schnell heiß. Genau deswegen starten wir heute nochmal einen Anlauf mit dem Strand, der ebenfalls genau deswegen rappelvoll voll. Aber gut, was soll man bei 35 Grad auch machen? Wir verbringen also unseren ersten Strandtag am Mittelmeer. Wir sind überrascht wie kalt das Meer hier doch noch ist, der Sand ist aber sehr fein und das Meer ist ebenfalls sehr sauber. Auch gibt es sehr schöne Muscheln.

Wieder am CP gehen wir dann noch in den Pool und abends wird gegrillt... der perfekte Urlaubstag :-)

Am nächsten Tag, es ist inzwischen Freitag also unser letzter Tag hier, beschließen wir uns mal Narbonne anzusehen. Die besten Tipps haben wir uns aus dem Reiseführer ausgesucht. Es dauert ca. 15min mit dem Auto bis wir in Narbonne sind. Wir schauen uns eine Markthalle an, versuchen ein Elektroboot zu mieten um den Fluss entlang zu fahren, werden aber  - vermutlich weil wir deutsche sind und kein Französisch sprechen - abgeblockt. Also gehen wir zu Fuß weiter, sind aber insgesamt enttäuscht. Völlig unspektakuläre Stadt. Eine Ruine einer alten Kirche gibt es noch zu sehen. Am Nachmittag zieht es dann zu - es soll regnen. Wir fahren zurück, gehen noch schnell eine Runde schwimmen, und bauen mit drohendem Unwetter im Rücken in Rekordzeit von 50 min alles ab. Gerade als wir das letzte Teil im Wagen verstauen fallen die ersten Tropfen. So gibt es Abendessen im Wohnwagen und einen verkürzten Abend. Am nächsten morgen geht es weiter nach Spanien!

Am nächsten morgen fahren wir um 7:30 Uhr los und erreichen gegen 12:30 Uhr Cambrills an der Costa Dorada... CP Playa Mont Roig. Wir sind sehr gespannt auf unseren Premium Platz an Meer... es ist Hochsaison, allein zum Einchecken stehen wir eine halbe Stunde an. Es ist warm und auf dem Platz tobt das leben.
Wir bahnen uns mit unserem Wagen einen Platz durch die Menge... und werden nicht enttäuscht.
Die Parzelle ist riesig und näher kann man wirklich nicht am Meer stehen. Traumhaft. Es sind auch einige deutsche da, wir werden direkt angesprochen, alles insgesamt sehr gepflegt. Mann muss wahrscheinlich auch gar nicht viel zum Playa Mont Roig sagen, es kostet zwar scheiße viel Geld, aber gehört nicht umsonst zu den besten CP in Europa.

Julian schnappt sich direkt seine Taucherbrille und hüpft in Meer während wir aufbauen. Danach erkunden wir den Platz: es gibt abends eine Stunde Hüpfburg für die Kinder, einen sehr passablen Spielplatz und um 19:00 Uhr  Minidisco an der Plaza. Der Platz hat ein kleines Einkaufszentrum mit einem großen Supermarkt mit gar nicht mal so teuren Preisen, einen Allround-Shop der neben Wasserspielzeug, Campingbedarf und Souvenirs auch Klamotten und Modeschmuck verkauft. Sehr hilfreich! Endlich eine Beschäftigung während der Minidisco (Anmerkung: seeehr schönen Bikini gekauft).

 


Und so tun auch wir am Sonntag nichts anderes als im Sand buddeln, schwimmen und sonnen....
Die Pool-Anlage ist grandios. Es gibt genügend Platz für all die vielen Leute und einige Wasserrutschen, sehr zur Begeisterung unserer Kinder. Daher gibt es auch nur Fotos von unseren Astralkörpern im Wind...

Am Montag wollen wir dann mal Cambrills angucken, stellen aber fest, dass es nur ein typisch spanischer Touristenort ist. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, aber eben auch nicht besonders sehenswert. Wir fahren also einen Ort weiter nach Salou - gleiches Bild. Also noch weiter an der Küste entlang.... immer weiter Bettenbunker so weit das Auge reicht. Als wir feststellen, dass wir jetzt gar nicht mehr weit von Tarragona entfernt sind, beschließen wir mal wieder spontan einfach da hin zu fahren... Mutti bekommt leichtes kribbeln in den Fingern... schließlich ist nichts im Reiseführer vorbereitet... ich hatte doch einen Tagestrip geplant!

Aber manchmal sind die spontanen Dinge eben doch die besten. Die Wegweiser führen und geradewegs zum "El Balcon" dem Balkon des Mittelmeers, eine Aussichtsplattform mitten in der Stadt. Wir parken und nehmen noch Mittagessen am Imbiss "Frankfurt" ein.

Es ist sehr heiss und die Kinder haben keine Lust auf laufen, daher beschliessen wir unsere Stadterkundung einfach mal mit der Bimmelbahn zu machen. Diese fährt mehrere Stationen an. Wir fahren 45 min alle Stationen durch, hören uns im Audiosystem viele Interessante Informationen an und sehen so Dinge, die wir uns garantiert nicht erlaufen hätten.

Der Fahrtwind kühlt uns, die Kinder sind auch begeistert... gelungen!
Und hier alle Impressionen aus Tarragona:

Nach dieser Rundfahrt besuchen wir noch den hiesigen Lidl (logisch... ) und gehen zurück am Wohnwagen dann nur noch mal schwimmen und essen zu Abend...


Die kurze Distanz zum Meer ist wirklich sehr praktisch. Man muss auch den Campingplatz überhaupt nicht verlassen, wenn man es nicht will. So verbringen wir den Dienstag und Mittwoch ausschließlich mit vormittäglichem schwimmen im Meer, nach dem Mittagessen geht es dann an den Pool und um 18 Uhr zur Hüpfburg und 19 Uhr Minidisco... wir haben nette Nachbarn aus Limburg, die mit ihrem selbstgebauten Boot 3 Jahre (!) die Welt umsegelt haben. Was für ein faszinierender Gedanke! Es gibt also viel zu erzählen, und bei Rotwein lauschen wir bis spät in die Nacht den Urlaubsabenteuern.

Am Donnerstag brechen wir dann mal auf das Hinterland zu erkunden. Es geht zu einem Ausflug in die Berge, ab Mont-Roig del Camp fahren wir los, einfach mal gucken was die Gegend so bietet. Wir finden auch sehr schnell jenseits der Schnellstraßen eine Eremita, eine kleine Kirche am Berg. Mit einem netten Restaurant ganz oben. Man kann von dort auf ein Plateau steigen, Rundumsicht inklusive.

Wir fahren die alte Serpentinenstraße bis Falset, die kaum noch befahren ist weil eine Schnellstraße gebaut wurde. Die Kinder schlafen ein und in Falset gibt es jetzt auch nicht mehr viel zu sehen. Es ist sehr heiß, weil es keinen kühlenden Wind vom Meer gibt. Also fahren wir einfach wieder Retour, diesmal aber über die Schnellstraße und gehen am CP wieder an den Strand. Das Mittelmeer ist hier lustigerweise ganz anders als in Frankreich. Viel wärmer, aber auch schmutziger und steiniger.

Papa besucht noch den örtlichen Frisör und einen Angelladen, damit er uns endlich mal beweisen kann was er für ein toller Fischfänger ist und versucht sich abends mit Julian genau an diesem Hobby. Leider erneut erfolglos...

Und schon ist wieder Freitag, der letzte Tag hier. Wir waschen also Wäsche, putzen, spülen, kaufen ein und bauen schon mal ab... ein letztes mal sitzen wir mit den netten Nachbarn bei Wein und Chips und fahren am nächsten Tag rund 200 km nach St. Pere Pescador an der Costa Brava. Leider dauert die Fahrt sehr lang, weil wir uns zweimal verfahren und obendrein viel Stau ist. Im Ort ist nichts ausgeschildert und so steuern wir auch noch den falschen CP an...
Als wir dann endlich den richtigen Platz finden, liegen die Nerven schon etwas blank.

Der CP Nautic Almata liegt in der Bucht von Roses, direkt am Meer, man hat freie Platzwahl. Wir bleiben 2 Nächte und platzieren uns in unmittelbarer Meernähe. Man ist nicht ganz so direkt dran wie auf dem Playa Montroig, aber gut. Dieser Platz hier hat eine völlig andere Infrastruktur. Es sind sehr viele deutsche hier und SEHR viele Jugendliche, die zum Teil mit Bussen ankommen. Dadurch ist natürlich extrem viel Leben auf dem Platz. Das muss ja nicht grundsätzlich schlecht sein, Christian findet es toll, mir ist es zu viel Action... vor allem weil unser Rhythmus mit kleineren Kindern ein anderer ist. Auch wenn ich um 18 Uhr duschen will und in jedem Sanitärhaus keine Chance habe eine Dusche zu finden, weil ca. 50 Mädels den Waschraum bevölkern um sich für die abendliche Party zu rüsten, da muss ich doch mal tief durchatmen.

 

So stellen wir dann auch fest: Wo Licht ist ist auch Schatten... alles ist sehr ungezwungen... du kannst auch Abends um zehn noch laut Mickie Krause hören... kein Problem. Machen die anderen aber eben auch. Der Supermarkt ist in Ordnung, der Spielplatz ganz nett. Den Bereich den wir uns ausgesucht haben ist allerdings relativ laut. Auf dem Platz und in dieser Bucht ist jedoch sehr viel an Freizeitmöglichkeiten geboten, was sehr gut ist. Einen Nachteil gibt es auch noch: durch die Nähe zum Moor ziehen so manches mal Gerüche heran die glatt aus dem Kanal stammen könnten... weniger schön.

Am Sonntag bleiben wir dann nur am Pool, an dem eine "Pool Party für Kinder" stattfindet, und am Strand. Mittags essen wir an der Bar, danach ist schon wieder Abbau angesagt. Abends ist ein großes Abschlussfest am Strand weil diverse Jugendgruppen abreisen. Die Musik ist derart laut dass man selbst im geschlossenen Wohnwagen alles so laut hören kann, als würde man neben der Box stehen. Für mich unerträglich. Gott sei Dank geht das Spektakel nur bis 0:00 Uhr, danach ist Ruhe.

Am nächsten morgen geht es dann gegen 08:00 Uhr los in Richtung Cevennen, CP Mas de la Cam im Örtchen Florac, nähe Anduze. Wir kommen die 300km gut durch. Von der Autobahn aus fahren wir noch ca. 1 Stunde bis zum Ziel, wundern uns ein bisschen... hatten das gar nicht so ländlich geplant. Die Umgebung ist aber wunderschön. Schon bei der Anfahrt sehen wir die schroffen Berge, die grünen Bäume und bunten Blumen. Wir fahren überwiegend Landstraße, aber als wir durch den Ort Anduze fahren kommen wir doch ein bisschen ins Schwitzen... ziemlich eng geht es hier zu. Das Highlight der Anreise sollte uns aber noch erwarten. Die Zufahrt zum CP führte nämlich über eine kleine Brücke die über den Fluss geht, Breite ca. 2,6 m. Breite Wohnwagen 2,5 m.

Es wird also kritisch, Christian kommt nur schlecht um die Kurve und muss mehrmals hin und her rangieren um den richtigen Winkel zu treffen. Das muss man auch mal erlebt haben!

Der Campingplatz ist, wie ich finde, pure französische Romantik. Diese Form der Steinhäuser die ich nicht beschreiben kann, ist hier scheinbar sehr verbreitet. Die Anlage ist gepflegt, die Blumen blühen... sehr schön. Leider spricht die ältere Besitzerin an der Rezeption kein Englisch und kein Deutsch... wir verständigen und mit Händen und Füßen und dürfen uns einen Platz aussuchen. Mit uns zwei Belgiern die sich die gleichen Plätze aussuchen dürfen wie wir. Diesmal drehen wir die eine Runde im Schnelltempo. Der erste Platz gefällt uns direkt sehr gut, liegt er doch in unmittelbarer Nähe zum Fluss. Wir beeilen uns schnell zurück zu kommen, nicht dass die Belgier "unseren" Platz auch wollen...

 

Wir haben aber Glück, sind die ersten und fahren über sehr enge Gässchen ein.
Der Platz ist zwar ohne Wasser und Abwasser (was ich per Internet bestellt hatte..) aber liegt sehr schön zum Baden. Es ist hier so heiß wie am Meer, es gibt einen tollen Baumbestand und das Panorama ist wirklich toll.
Der kleine Fluss "Le Gordon" kommt aus den Bergen und ist glasklar,  er ist hier aufgestaut so dass sich ein Becken zum schwimmen ergibt. Trotzdem hat man keine Strömung, es ist zwar frisch aber nicht kalt, also ideal. Hinter dem Damm entwässert sich das Becken in einen seichten Fluss ohne Strömung, dass ist sozusagen das Nichtschwimmerbecken. Es gibt viele Flusskiesel, so dass es sich empfiehlt Badeschuhe zu tragen, aber das haben wir uns schon gedacht (und vorgesorgt). Durch die Steine haben die Kinder etwas zu bauen und man muss auch keine Angst haben dass Sie einem absaufen, ideale Bedingungen für zwei quirlige 4-jährige.

Uns gefällt es hier sehr gut. In unmittelbarer Nähe gibt es einen sehr schönen Kinderspielplatz, und eine große Wiese, einen Fußballplatz, das Schwimmbad und ein Restaurant welches recht normal wirkt. Ich kann aber nichts dazu sagen, wir sind ja bekanntermaßen Selbstversorger.

Wir fahren noch schnell einkaufen (Lidl Anduze - haha...find´s selber schon lustig dass wir immer bei Lidl landen) und beschliessen den Abend mal wieder am Grill. das Wetter ist hier aber ganz anders. Wenn es abends dunkel wird, ist es auch direkt kalt, die Leute gehen in ihre Wägen, es herrscht Ruhe.

 

Am nächsten Morgen brechen wir zu einem Ausflug auf, über eine sehenswerte Höhenstraße "Corniche de Cevennes" die unmittelbar beim CP beginnt , wollen wir die Gegend erkunden. Wir fahren durch Wälder und wunderschöne Landschaften auf richtige Berghöhen. Ich weiß leider nicht die Höhenmeter, aber hier oben hat es nur 18 Grad. Da aber die Sonne scheint ist das nicht so schlimm. An einem ausgeschilderten Haltepunkt fahren wir zu einem Aussichtspunkt, an dem man auch ein bisschen rumlaufen kann. Eine beeindruckende Kulisse. Lasst Bilder sprechen:

Nach diesen schönen Eindrücken fahren wir kleinere Straßen zurück über die Orte Vébron und Saint-André de Valborghe, fast immer am Flüsschen Gordon entlang. In Vébron wollen wir eigentlich kurz dort den Ort gehen, finden dort aber einen Pizza Stand, wir sind beeindruckt. Es handelt sich um einen umgebauten Ford Transit, mit richtiger kleiner Küche wo Teig geknetet und in einem richtigen Pizza-Ofen gebacken wird. Die Pizza ist auch mehr wie Flammkuchen, es gibt sämtliche Varianten mit Tomaten als Grundsoße oder mit Creme Fraiche. Wir bestellten eine "normale" Pizza für die KInder und eine ausgefallene für uns, schmeckt super, noch nie so in Deutschland gegessen.

Die Kinder dürfen im Auto Fernsehen gucken und wir genießen die Gegend, eine sehr schöne Bergregion, viele Schluchten, die ein oder andere Klamm, Kalk+ Schieferfelsen, sehr wenig Tourismus. Die Temperatur ist liegt so bei 23 Grad, es ist bewölkt.

Danach ist erstmal eine Runde Ruhe angesagt. Da es hier abends sowieso immer so ruhig ist gehen viele Leute angeln... und auch Christian versucht täglich sein Glück. Doch der heutige Tag wird in die Chroniken unserer Familie eingehen... denn heute an diesem Sommertag in Frankreich...tadaa... fing er den ersten Fisch! HURRA!

Und das war er... eine kleine Bachforelle... leider zu mager um uns zu ernähren, daher durfte er wieder in die Freiheit. (Anmerkung des Ehemanns: Die sieht viiiiiel kleiner aus als sie wirklich war...)

Der nächste Tag ist der letzte unserer Urlaubsreise... also steht wieder alles im Zeichen des Abbaus. Vorher relaxen wir aber noch ausführlich und versuchen mal unser Glück im Schwimmbad... wir flüchten aber schnell, das Wasser ist derart kalt dass man es wirklich nicht darin aushalten kann. Also sonnen wir uns nur und die Kinder spielen auf dem Spielplatz.
Einige Eindrücke dieses ruhigen Tages...

Am nächsten Tag fahren wir um 12 Uhr los gen Heimat. Gegen 17 Uhr machen wir Rast an einem Parkplatz mit Spielplatz, essen noch Nudeln mit Pesto und machen die Kinder schon mal bettfertig... wir fahren bis spät in die Nacht, durch Luxemburg (wir tanken für 1,19 €/l Diesel...das haben wir direkt mal fotografiert, das glaubt man ja selber nicht mehr) und die Eifel (irgendein Idiot blendet uns mit dem Laserpointer). Wir überlegen gegen 0:00 Uhr ob wir noch irgendwo übernachten sollen, erscheint uns aber albern 1 Stunde vor zuhause noch zu übernachten. Also fährt Christian dank Red Bull sagenhafte  13 Stunden Auto.
Und wieder geht eine Reise zu Ende... aber die nächste steht schon an... in die Berge im Herbst!